Linkshänder-Beratung

 

Unsere Zertifizierung zur Linkshänderberaterin nach der S-MH Methode von Frau Dr. Johanna Barbara Sattler bietet die Grundlage für unsere Angebote.

 

 
  • Händigkeitsabklärung bei wechselndem Handgebrauch
 
  • Beratung
 
  • Rückschulung und Rückschulungsbegleitung
 
  • Vorträge für Eltern, medizinisches und pädagogisches Fachpersonal
 
  • Schreibvorbereitungskurse
   
 

Allgemeines zur Entwicklung der Handdominanz

Handdominanz bedeutet, dass entweder die rechte oder die linke Hand besser geeignet ist anspruchsvolle feinmotorische Tätigkeiten auszuführen. Die Händigkeit eines Menschen ist schon vor der Geburt festgelegt. Der neurobiologische Sinn dieser Spezialisierung ist die maximale feinmotorische Leistungsfähigkeit. Diese Vorgabe sollte keinesfalls durch erzieherische Maßnahmen beeinflusst werden.
Setzt ein Kind seine nichtdominante Hand beim Schreiben ein, so muss das Gehirn zusätzliche Energie aufwenden, um die geforderte Leistung zu erbringen. Es kommt zu einer Überlastung der nichtdominanten Gehirnhälfte. Früher oder später können dadurch Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwächen, Lese-Rechtschreib-Störungen, Rechts-Links-Unsicherheiten, feinmotorische Störungen oder auch Sprachauffälligkeiten auftreten. Des Weiteren können im Verlauf Verhaltensprobleme, ein mangelndes Selbstbewusstsein und Unsicherheit hinzukommen. Dies führt bei den Betroffenen oft zu einer Zurückgezogenheit.
Das Erlernen und die Ausführung des Schreibens ist ein hochkomplexer Vorgang, der das optimale Zusammenspiel verschiedenster Leistungen des Gehirns erfordert.
In unserer Kultur ist der Stiftgebrauch bereits im Vorschulalter eine der wichtigsten feinmotorischen Tätigkeiten, die dann in der weiteren Schulzeit an Bedeutung gewinnt. Daher ist es außerordentlich problematisch, wenn ein Kind mit der nichtdominanten Hand schreiben lernt. Zeigt ein Kind im Alter von 4 bis 5 Jahren keine eindeutige Handdominanz, sollte fachlicher Rat hinzugezogen werden.

Allgemeines zur Linkshändigkeit

Bei eineiigen Zwillingen gibt es meist einen Linkshänder und einen Rechtshänder. Die angeborene Händigkeit hat nicht nur Einfluss auf die Motorik, sondern auch auf das Verhalten, die Psyche und die Raumwahrnehmung. Aufgrund der anderen Wahrnehmungsrichtung erfolgen z.B. erste Schreibversuche oft spiegelbildlich. Linkshänder verfügen über ein gutes räumliches und perspektivisches Vorstellungsvermögen sowie über gute mathematische und musikalische Fähigkeiten. Zur Entwicklung einer guten Schreibhaltung ist besonders an die Blattlage, eine gute Stifthaltung oder den Lichteinfall zu denken. Gebrauchsgegenstände wie Linkshänderschere, Linkshänderspitzer oder Messer für Linkshänder sollten von Beginn an vorhanden sein. Bei einer auffälligen Stifthaltung ist ein Schreiblehrgang ca. ein halbes Jahr vor der Einschulung sinnvoll, um eine Hakenhaltung der Hand, das Verwischen der Tinte und Haltungsschäden zu vermeiden. Ungünstige „falsche“ Haltungen beim Schreiben lassen sich später oft nicht korrigieren.

Übrigens, am 13. August ist Welt-Linkshändertag!

Schreibvorbereitungskurse

Auf Anfrage führen wir für Vorschulkinder Schreibvorbereitungskurse in Einzel- und Gruppensituation durch. Hierbei lernt Ihr Kind, eine gute Stifthaltung und Blattlage einzunehmen. Es geht darum, später in der Schule eine lockere und entspannte Schreibhaltung und Stiftführung zu finden, bei der das Verwischen der Tinte vermieden wird. Finger- und Handgeschicklichkeitsspiele dienen der weiteren feinmotorischen Fähigkeit. Ihr Kind wird in seinem Selbstverständnis als Linkshänder gefördert.

Sie erhalten von uns Informationen, wie Sie Ihr Kind rechtzeitig fördern können.

Bei ungünstiger Schreibhaltung oder unleserlichem Schriftbild Ihres Schulkindes bieten wir darüber hinaus ein gezieltes Schreibtraining an.

Wechselnder Handgebrauch

Beobachten Sie bei Ihrem Kind einen wechselnden Handgebrauch im Spiel, bei Alltagshandlungen oder im Umgang mit Stift und Schere, wird der Stift verkrampft und mit hohem Druck geführt oder malt Ihr Kind Buchstaben und Zahlen spiegelbildlich, raten wir Ihnen zu einer Überprüfung der Händigkeit.

Rückschulung

Unter einer Rückschulung der Händigkeit versteht man den Wiedereinsatz der genetisch vorgegebenen dominanten Hand beim Schreiben. Die Rückschulung auf die dominante Hand kann wie eine Befreiung wirken und zu einer Verbesserung der verschiedenen Störungsbilder führen. Entscheidend für eine Rückschulung sind die Beachtung der Entwicklungsphase und das Alter des Kindes oder Erwachsenen, sowie die persönliche Einstellung und das gesamte Lebensumfeld des Betroffenen. Eine entscheidende Rolle spielt die Art und die Ausprägung der Störung, der Leidensdruck und die Stabilität des Umfeldes. In Krisensituationen oder bei einem anstehenden Schulwechsel ist eine Rückschulung unbedingt zu vermeiden. Von einer eigenständig durchgeführten Rückschulung im Erwachsenenalter, ohne die fachliche Kompetenz eines Linkshänderberaters und einer psychologischen Begleitung, ist abzuraten.

Literaturempfehlung:
"Der umgeschulte Linkshänder oder der Knoten im Gehirn"
Dr. Johanna Barbara Sattler, Auer-Verlag

Bildnachweis:
Johanna Barbara Sattler "Übungen für Linkshänder - Schreiben und Hantieren mit links" 1997 Auer Verlag